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03.11.2009 Solarenergie lohnt sich auch noch 2010

Dienstag, 03. November 2009

Solarenergie lohnt sich auch noch 2010

Degression ab Januar im bisher gesetzlich vorgesehenen Rahmen


Millionen Besitzer einer Solarstromanlage können angesichts des Koalitionsvertrages von Union und FDP erleichtert aufatmen. Nach der Bundestagswahl standen viele Spekulationen im Raum, wie es mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien unter der schwarz-gelben Regierung weiter geht. Absenkungen der Solarförderung um bis zu 30 Prozent wurden befürchtet. "Davon wären Besitzer schon in Betrieb genommener Anlagen zwar nicht betroffen - solche Senkungen sind nicht rückwirkend wirksam - aber viele, die über die Investition in eine Solaranlage nachgedacht haben, sind verunsichert", sagt Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar). Das führt zu einer deutlichen Zunahme an Investitionen in Solarstromanlagen. Viele wollen zu den attraktiven, aber vermeintlich nicht mehr lange währenden Konditionen kaufen.
Doch im endgültigen Koalitionsvertrag der Union und FDP ist eine deutliche Absenkung der Solarförderung nicht vorgesehen. Die Solarbranche wird stattdessen im Dialog mit der Politik Spielräume für eine Anpassung der Förderung über das gesetzlich fixierte Maß hinaus ausloten. Zunächst geht alles aber seinen gewohnten Gang. Das bedeutet, dass die Förderung in der vom Erneuerbaren-Energien-Gesetz vorgesehen Maß zum Jahreswechsel für Neuinvestoren um neun bzw. elf Prozent runtergestuft wird. Die jährliche Absenkung der Förderung soll die Branche dazu anhalten, sich technisch stetig weiter zu entwickeln und die Preise kontinuierlich zu senken. Auf diese Weise will der Gesetzgeber dem Verbraucher so schnell wie möglich die rentable Investition in eine Solaranlage auch ohne Förderung ermöglichen.
Für 2010 bedeutet das: Privatinvestoren, die auf ihrem Eigenheim eine neue Photovoltaikanlage errichten, erhalten für jede eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom immerhin noch 39,14 cent. "Der Run auf Solaranlagen ist erfreulich und auch verständlich", so Körnig "aber auch im nächsten Jahr wird sich die Investition in Solaranlagen in der Regel auszahlen. Worauf Verbraucher achten sollten, ist eine qualitativ hochwertige Anlage und deren fachgerechte Installation - dann hat man auch lange Freude an sauberem Strom vom eigenen Dach."
Ein Weg, die fachgerechte Installation einer Solaranlage sicher zu stellen, bietet der Photovoltaik-Anlagenpass des BSW-Solar. Mit ihm dokumentiert der installierende Handwerksbetrieb seine fachgerechte Arbeit. Betriebe, die den Anlagenpass anbieten, sind auf www.pvap.de registriert. Informationen rund um die Technik und Förderung von Solaranlagen gibt es kostenlos im Internetratgeber www.solartechnikberater.de.

Quelle: BSW-Solar


 

30.10.2009 Deutsche kaufen massenhaft Solaranlagen

30.10.2009
 

Öko-Shopping dank Subventionen
Deutsche kaufen massenhaft Solaranlagen

Solarpanel: Kritiker fordern eine noch drastischere Kürzung der Subventionen
Die Konjunktur lahmt, doch die Solarbranche boomt. Laut Bundesnetzagentur wurden in den vergangenen zwölf Monaten Anlagen mit einer Gesamtkapazität von mehr als 2000 Megawatt installiert - deutlich mehr als geplant. Jetzt sollen die Solarsubventionen stärker sinken als vorgesehen.
Bonn - Die Deutschen kaufen im großen Stil Solaranlagen: Trotz Wirtschaftskrise wurden in den vergangenen zwölf Monaten Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 2340 Megawatt installiert. Das meldet die Bundesnetzagentur. Damit sei der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgehaltene Schwellenwert von 1500 Megawatt deutlich überschritten worden, sagte Behörden-Chef Matthias Kurth am Freitag in Bonn.
Ab diesem Schwellenwert greift eine automatische Regelung aus dem EEG: Ab kommendem Jahr sinkt die Vergütung für Solarstrom um einen Prozentpunkt stärker als ursprünglich vorgesehen. Für Standardanlagen bis zu 100 Kilowatt schrumpft der Zuschuss von derzeit 43 Cent damit um neun Prozent, für Großanlagen sogar um elf Prozent.
Vielen Kritikern ist diese Absenkung aber immer noch zu wenig. Sie argumentieren mit dem hohen Absatzwachstum in Deutschland - und mit dem enormen Preisverfall für die Anlagen. "Die Vergütungssätze würden auch bei 30 Prozent Absenkung noch deutlich über den Herstellungskosten der Solarbranche liegen", sagt Bernd Schüßler vom Branchenmagazins "Photon". "Solarstrom lässt sich heute bereits viel billiger produzieren, als es die Höhe der Einspeisevergütung vermuten lässt."
Tatsächlich hat die neue Bundesregierung eine Überprüfung der Vergütungssätze angekündigt. Wann es so weit ist, steht aber noch nicht fest.
Endspurt am Jahresende
Mit dem EEG sollen die noch nicht wettbewerbsfähigen regenerativen Energien gefördert werden. Die Mehrkosten gegenüber herkömmlichem Strom zahlen die Verbraucher über ihre Stromrechnung. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hatte zuletzt Gesamtkosten von 53,3 Milliarden Euro für die von 2000 bis 2010 errichteten Solaranlagen berechnet. Je mehr Anlagen installiert werden, desto höher werden die Kosten.
Allein in den ersten neun Monaten des Jahres wurden laut Bundesnetzagentur Anlagen mit einer Kapazität von 1471 Megawatt errichtet. Das ist fast so viel wie die 1650 Megawatt im gesamten Vorjahr.
Und das Wachstum geht weiter: Experten rechnen im letzten Quartal noch einmal mit einem beschleunigten Zubau, da sich viele Investoren die in diesem Jahr noch höhere Förderung sichern wollen. Wer in diesem Jahr eine Anlage ans Netz bringt, bekommt die Vergütung von 43 Cent je Kilowattstunde Solarstrom 20 Jahre lang garantiert. Zum Vergleich: Strom aus der Steckdose kostet laut Verbraucherportal Verivox rund 22 Cent.
Das Rennen machen chinesische Hersteller
Für Anlagenbesitzer bedeutet dies nach Expertenmeinung hohe Einkommen: Weil die Preise für Solaranlagen deutlich sanken, seien in sonnenreichen Regionen bereits zweistellige Renditen möglich.
Was die Käufer einer Solaranlage freut, geht zu Lasten der Hersteller. Vor allem deutsche Produzenten geraten angesichts des Preisverfalls unter Druck, der deutsche Markt wird immer mehr von chinesischen Anbietern beliefert.
Das bekommt auch der größte deutsche Solarkonzern Solarworld zu spüren. Im dritten Quartal muss das Unternehmen wohl einen Gewinneinbruch verbuchen. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Gewinnrückgang um rund 58 Prozent auf 38 Millionen Euro.
wal/dpa-AFX/Reuters


 

Produktion

20.09.2009

"Unser Kraftwerk ist das Wetter"

Erneuerbare Energien seien unzuverlässig, bemängeln Kritiker. Unternehmen und Forscher in Sachsen-Anhalt wollen jetzt mit einem regenerativen Kombikraftwerk beweisen, dass ein ganzer Landkreis komplett mit sauberem Strom versorgt werden kann - dauerhaft und nachhaltig.


Dardesheim - Der Wind pfeift über den Druiberg. Heinrich Bartelt spricht laut, damit ihn auch die Besucher aus der südkoreanischen Provinz Gangwon hören können. "Unser größtes Kraftwerk ist das Wetter. Sonne und Wind schicken keine Rechnungen", sagt der Windparkbetreiber - seine Lieblingssätze. Die Gäste schießen unterdessen Fotos von den etwa 30 Windrädern, die über dem Städtchen Dardesheim in Sachsen-Anhalt in den Himmel ragen. Der rund tausend Einwohner starke Ort im Harz hat eine Erfolgsgeschichte in Sachen erneuerbare Energien geschrieben: Er versorgt sich selbst mit Wind, Sonne und Biomasse - zumindest rechnerisch.

Besucher aus der ganzen Welt reisen in das Städtchen, das noch bis vor wenigen Jahren nur durch ein erfolgreiches Stadtorchester überregional von sich Reden machte. Heute glänzen auf vielen Dächern Photovoltaikanlagen, Elektroautos fahren mit Ökostrom, der Windpark speist 40-Mal so viel Energie ins Netz, wie die Einwohner verbrauchen.
Der überschüssige Strom aus Dardesheim soll jetzt in ein viel größeres Projekt fließen, bei dem Windparkbetreiber Bartelt treibende Kraft ist. Durch ein "regeneratives Kombikraftwerk" sollen die rund 250.000 Einwohner des Landkreises Harz künftig nur noch mit Ökostrom beliefert werden. Dafür verknüpft das virtuelle Kraftwerk erneuerbare Energiequellen wie Wind-, Solar- und Biomasse zu einer Einheit.

Das Kombikraftwerk erstreckt sich mit 36 Anlagen über ganz Deutschland

Seit Ende 2008 arbeiten Universitäten, vier Stadtwerke, Vattenfall Europe Transmission, Siemens, Eon Avacon und andere Unternehmen an dem Projekt "Regenerative Modellregion Harz". Das Ziel der mit zehn Millionen Euro vom Bund geförderten Forschungskooperation ist stabiler Ökostrom - egal bei welchem Wetter. Die Vorteile liegen auf der Hand: Kein CO2-Ausstoß, keine Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle und unerschöpfliche Energiequellen. Doch kann das wirklich funktionieren?
Kritiker zweifeln vor allem an der Zuverlässigkeit von Solar- und Windkraft. Sie seien nicht steuerbar, eine sichere Stromversorgung nicht gewährleistet. Wissenschaftler des Instituts für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) an der Universität Kassel konnten in einem Modellversuch allerdings schon 2007 das Gegenteil beweisen. Das Ergebnis: Eine Vollversorgung Deutschlands ist theoretisch möglich und bei vier bis fünf Cent pro Kilowattstunde Strom im Jahr 2050 sogar konkurrenzfähig.
Das Kombikraftwerk der Forscher erstreckte sich mit 36 Anlagen über ganz Deutschland. Die Wissenschaftler simulierten ein Zehntausendstel des deutschen Strombedarfs und rechneten anschließend hoch. "Die Energiequellen müssen wie ein Orchester koordiniert werden", erklärt Kurt Rohrig, Projektleiter am ISET, das mittlerweile im Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) aufgegangen ist. Eine zentrale Steuerungseinheit regele die Feinabstimmung zwischen den einzelnen Energiequellen. Hier wird entschieden, wie viel gespeicherte Energie aus Biogasanlagen zugeschaltet werden muss, falls kein Wind weht und der Himmel bedeckt ist.
Um eine flächendeckende Versorgung in der Zukunft tatsächlich sichern zu können, müssten allerdings viel mehr Anlagen gebaut werden, räumt Rohrig ein. Probleme gibt es auch bei der Netzstruktur: Erneuerbare Energien werden vor allem im Osten und im Norden gewonnen. Damit der Strom transportiert werden kann, muss das Netz weiter ausgebaut werden.

Es gibt noch zu wenige Speichermöglichkeiten für überschüssige Energie
Ein weiterer Knackpunkt des Kombikraftwerks: Im Moment gibt es zu wenig Speichermöglichkeiten wie etwa Pumpspeicherkraftwerke, bei denen überschüssige Windenergie genutzt werden kann, um Wasser in ein hochgelegenes Becken zu befördern. Wenn Strom gebraucht wird, rauscht es zurück auf eine Turbine. "Der Platz für weitere Stauseen ist in Deutschland allerdings beschränkt", sagt Rohrig. Nur ein Stromaustausch mit anderen Ländern könnte weitere Kapazitäten eröffnen. Möglichkeiten, bei denen zur Energiespeicherung Druckluft in eine unterirdische Kaverne gepumpt wird, müssten sich dagegen technologisch noch bewähren. Langfristig seien diese Probleme aber lösbar, glaubt er.
Im Harz tüftelt die Forschergruppe um Rohrig zumindest erstmal daran, dass Speicherproblem auf Landkreisebene zu bewältigen. Neben der Einbindung eines alten Pumpspeicherkraftwerks aus DDR-Zeiten sollen auch Verbraucher mithilfe intelligenter Stromzähler ihren Beitrag leisten. Anreize durch variable Stromtarife sollen dazu verführen, Waschmaschine, Trockner und Co. nur dann anzustellen, wenn viel Wind weht oder die Sonne scheint. Außerdem sollen Elektroautos als Speicher dienen: Batterien werden bei ausreichendem Strom aus erneuerbarer Energie geladen. Bei Bedarf geben geparkte Wagen einen Teil wieder zurück ins Netz.

Föhr plant Umstellung der Energieversorgung auf Solar und Wind

Auch in anderen Teilen Deutschlands gibt es Projekte zur dezentralen Energieversorgung. Die Nordseeinsel Föhr will künftig ihren gesamten Stromverbrauch mit Solarzellen und Windrädern bestreiten, das niedersächsische Jühnde versorgt sich schon jetzt vollständig mit einer Biogasanlage. "Viele Gemeinden oder Regionen streben eine hundertprozentige Eigenversorgung mit erneuerbarer Energie an und verfolgen damit zumindest den Grundansatz eines Kombikraftwerks", sagt Peter Moser vom Kasseler Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deenet).

Im Moment ist das Modell Kombikraftwerk aber ohne Zuschuss von Forschungsgeldern wenig attraktiv: Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz wird in den meisten Regionen jede eingespeiste Kilowattstunde bezahlt. "Die verschiedenen Anbieter haben bislang keinen Grund, den Strom zu speichern oder sich untereinander abzustimmen", sagt Moser. Hier müsse sich die Gesetzeslage ändern.

Ökostrom-Visionär Bartelt zeigt der südkoreanischen Delegation mittlerweile das neue Freilichttheater auf dem Druiberg. Vor kurzem fand hier das erste Ökostrom-Festival statt, geplant ist außerdem ein Informationspark - eine Art Disneyland für erneuerbare Energien. Anschließend geht es mit dem Bus zur Biogasanlage am Ortsrand. Die soll künftig einspringen, wenn der Wind mal nicht so über den Druiberg pfeift wie heute.

Quelle: Spiegel Online







13.09.2009

Diebstahlserie

Banden klauen massenweise Solaranlagen

Der Solarboom in Deutschland hat eine Diebstahlserie ausgelöst: Vom Emsland bis nach Bayern ziehen Banden übers Land und montieren bei Nacht Solaranlagen von den Dächern. Der Schaden geht in die Millionen, die Polizei hat eigens Beamte für die Fälle abgestellt.

Hannover - Bauer Berthold Krug kann nur staunen, wie es die Diebe geschafft haben, unbemerkt zu bleiben. 15 Wechselrichter haben sie von seinem Hof gestohlen. Im Mai dieses Jahres war das. Die Wechselrichter waren für die Solaranlage auf seinem Stall gedacht, jeder für sich wog 30 Kilo. "Das müssen Profis gewesen sein. So ein Gerät steckt man nicht einfach in den Rucksack und spaziert davon", sagt Krug. Und zufällig verirrt sich wohl kaum ein Dieb nach Kieselbach im Werratal in Thüringen.

Bauer Krugs Schaden: 32.000 Euro.

Eigentlich verdient Berthold Krug sein Geld mit der Aufzucht von Rindern, außerdem baut er Getreide und Raps an. Doch es gibt kaum ein Gebäude auf dem Hof, das nicht mit einer Photovoltaikanlage geschmückt ist. Krug verpachtet seine Dächer und ist am Gewinn beteiligt, wenn der Sonnenstrom ins öffentliche Netz eingespeist wird. Insgesamt beträgt die Solarfläche auf Scheunen, Wirtschaftshäusern und Stallungen 15.000 Quadratmeter. "Das ist ein schönes Zubrot. Außerdem tun wir was für die Umwelt", sagt der 56-Jährige. Wenn nur die Diebstähle nicht wären.

Organisierte Banden haben es auf Solarmodule in Deutschland abgesehen. Vor allem Landwirte sind betroffen: Ihre Anlagen liegen oft abseits und sind ungeschützt zugänglich - auf dem weiten Gelände der Höfe ist Kontrolle nicht möglich. "Auch wenn die Preise für Module im vergangenen Jahr deutlich gefallen sind, scheint sich der Diebstahl immer noch zu lohnen", sagt Ralf Haselhuhn von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS).

Im vergangenen Jahr wurde vor allem das Emsland von einer Diebstahlserie heimgesucht. 30 Fälle sind hier bislang bekannt, insgesamt wurden 700 Module nebst Zubehör gestohlen. Der Schaden summiert sich allein in diesen Fällen auf mehrere hunderttausend Euro. Vor allem Hähnchenmastställe entlang der Autobahn A31, nicht weit von der holländischen Grenze, sind betroffen. "Die Anlagen sind sehr gut zu erreichen, aber trotzdem so abgelegen, dass die Diebe nicht bemerkt werden", sagt Kriminalhauptkommissar Achim van Remmerden von der Polizeiinspektion Emsland in Lingen.

Zwei Beamte sind für die Solarfälle abgestellt

Gestohlen werden meist 25 bis 30 Module in einer Nacht. "So viele bekommt man ungefähr in einen kleinen Transporter", sagt van Remmerden. Rund ein Viertel des Marktpreises könnten die Diebe mit den gestohlenen Modulen noch erzielen.

Sicher ist, dass es sich um Banden und keine Einzelpersonen handelt: Die Solaranlagen wurden stets fachmännisch abmontiert, außerdem waren die Tatorte zuvor professionell ausgespäht worden. Derzeit sind bei der Polizeiinspektion zwei Beamte allein mit dem Solardiebstahl voll ausgelastet.

Anfang September konnte die Polizei drei Männer festnehmen, die im Ruhrgebiet 250 Solarmodule im Wert von 200.000 Euro gestohlen haben sollen. Das mutmaßliche Diebesgut hatten die Männer im Internet zum Kauf angeboten.

Auch in Bayern schlagen die Diebe immer wieder zu. Branchenkenner schätzen den dadurch entstandenen Schaden auf mehr als 700.000 Euro. Nachdem sich die Fälle schon 2007 stark gehäuft hatten, gab das bayerische Landeskriminalamt eine Empfehlung für die Sicherheit von Solaranlagen heraus. Demnach sollen die Besitzer Wert legen auf eine "Befestigung, die sich nur mit Spezialwerkzeug oder durch Zerstörung lösen lässt". Für die Diebe steigt dadurch die Arbeitszeit, und damit das Risiko, entdeckt zu werden.

"Es gibt bereits sehr kostengünstige Systeme, mit denen die Anlagen überwacht werden können", sagt Ralf Haselhuhn von der DGS. Immer mehr Betreiber gehen dazu über, zusammen mit den Solarmodulen gleichzeitig eine Videoüberwachung und eine Alarmanlage zu installieren.

Die Versicherung hat den Schaden bezahlt

Gleichzeitig wird es für die Diebe immer schwieriger, das geklaute Gut zu verkaufen. Denn heute ist jedes Modul vom Hersteller mit einer unverwechselbaren Identifikationsnummer ausgestattet. Der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) bietet ein offenes Register an, in das geklaute Module eingetragen werden können. Ein Blick ins Register empfiehlt sich, wenn an einer gelieferten Anlage etwas Seltsames auffällt. "Wenn die Module zum Beispiel nicht mehr richtig eingepackt sind, sollte man schon etwas skeptisch sein und sich im Internet informieren", sagt Petra Hörstmann-Jungemann vom SFV.

Auch ein verändertes Kaufverhalten bei Solaranlagen macht Dieben und Hehlern die Arbeit schwer. "Es wird mehr Wert auf Qualität gelegt", sagt Ralf Haselhuhn von der DGS. Das Interesse der Kunden an der Herkunft der Ware wächst. Haselhuhn vermutet, dass sich die Banden jetzt neue Absatzmärkte suchen werden. Vor allem Griechenland, Italien und die Tschechische Republik könnten demnächst heimgesucht werden. "Dort werden derzeit Förderprogramme aufgelegt, die die Nachfrage nach Modulen steigen lassen", sagt der Photovoltaik-Experte. Und womöglich auch die Zahl der Diebstähle.

Bauer Berthold Krug lässt sich dadurch nicht beirren. "Mit der Photovoltaik sind wir auf dem richtigen Weg, hin zu mehr regenerativen Energien." Die Versicherung hat den Schaden bezahlt. Die Anlagen laufen wieder und werden inzwischen fernüberwacht.

Hundertprozentige Sicherheit hat man dadurch natürlich nicht, weiß Krug. Erst am vergangenen Tag wurde Werkzeug von seinem Traktor gestohlen. Und wieder hat niemand was gesehen.


Quelle: Spiegel Online